"Gegenwind formt den Charakter."

Mittlerweile hat sich die Leidenschaft für alte Fahrräder auch auf meinen Freund David übertragen, der bis anhin mehr für Gitarren als für "Göppel" was übrig hatte. Witzigerweise unterhielt sein Grossvater in der Vergangenheit eine kleine Velo-Reparaturwerkstatt und so ist es denn auch nicht verwunderlich, dass David - der mir übrigens schon beim ersten Fahrrad eine grosse Hilfe war - eine gewisse Affinität zu Zweirädern hat.

Nun haben wir dieses betagte Velo also zusammen auseinandergenommen und in stundenlanger Arbeit gereinigt und geschliffen. Die Tretlager und den Lenker vom Rahmen zu lösen, war eine Herausforderung. Der Einsatz hat sich aber gelohnt! Bedauerlicherweise haben wir in unserem Eifer kaum je daran gedacht, den Arbeitsprozess in Bildern festzuhalten.

Nach dem Schleifen hat David den Rahmen wiederholt mit einem Galvanisierung-Spray eingefärbt, was wettertechnisch übrigens kein einfaches Unterfangen war.

 

Schliesslich hat das Velo einen Sattel von Gyes (Sella Berolinum) bekommen, sowie Griffe aus braunem Paracord (550 Walnut). Die Bremsen wurden gegen "Reverse"-Bremshebel getauscht, was dem Lenker das gewisse Etwas verleiht. Als Tüpfelchen auf dem "i" wurde passend dazu eine braune Lenkertasche von Electra angebracht.

Die Vorderlampe wurde vom Dynamo losgelöst und stattdessen mit Batterien ausgestattet; das Rücklicht wurde durch ein witziges SOMA Silver Bullet ersetzt. Die Felgen sind von Orange.

 

Das Anbringen der Reifen hatte es in sich: wir hatten uns schon eine ganze damit Weile abgemüht, die 28-Zoll-Reifen aufzuziehen, bis wir endlich realisierten, dass die Felgen ein bisschen grösser als üblich waren und es darum einfach nicht gelingen wollte. Kurzerhand haben wir die Räder eines anderen alten Velos genommen, ordentlich geputzt und - dieses Mal ging es ganz einfach - die Reifen montiert. Beim Einsetzen in die Vordergabel mussten wir allerdings frustriert feststellen, dass das Rad gar nicht reinpasst, die Nabe war zu dick! Beim dritten Anlauf - ich besorgte ausrangierte Räder über die GAD-Stiftung (neu in Lyss) - hat es dann endlich geklappt. Dieses Fahrrad hat uns einiges abverlangt, aber wir haben viel dabei gelernt.

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